"Und ihr sollt sie eure Kinder lehren, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst." 5. Mose 11,19
Erschienen: 2026
Autor: Kristina Roy
118 Seiten
Taschenbuch, E-Book
ISBN: 978-3-910764-26-2
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Kann ein Ort der Verbannung zum Ort der größten Hoffnung werden?
Entdecken Sie einen der bewegendsten Klassiker der christlichen Weltliteratur von Kristina Roy. In dieser liebevoll bearbeiteten Neuauflage von „In der Verbannung – Gnade findet einen Weg“ wird die zeitlose Botschaft von Glaube, Schuld und radikaler Vergebung für eine neue Generation lebendig.
Ein schweres Opfer für eine unerschütterliche Hoffnung
Die junge Anna steht vor der schwersten Wahl ihres Lebens: Soll sie sich dem Druck ihres Vaters beugen oder ihrem Herrn Jesus Christus treu bleiben? Ihr Mut führt sie in die Einsamkeit – verstoßen von der Familie, geschickt in das ferne Dorf Zarožie. Doch was wie das Ende ihres Glücks aussieht, ist der Beginn eines göttlichen Plans, der weit über ihr eigenes Leben hinausreicht.
Zwei Seelen am Abgrund
In der Abgeschiedenheit der Berge trifft Anna auf Menschen, die im Dunkeln gefangen sind:
Der alte Müller Kozima: Verbittert durch die Schläge des Schicksals.
Der stumme Geselle Ondrej: Geplagt von einer dunklen Last aus der Vergangenheit, überzeugt davon, dass für ihn jede Gnade zu spät kommt.
Gnade, die Mauern bricht
Inmitten von Misstrauen und Not beginnt Anna, das Licht des Evangeliums durch Taten der Liebe leuchten zu lassen. Wird es ihr gelingen, das Schweigen von Ondrej zu brechen? Und kann ein Herz, das sich in der Verbannung glaubt, jemals eine wahre Heimat finden?
Warum Sie dieses Buch lesen sollten:
Glaubensstärkend: Ein tiefgründiges Zeugnis über die Treue zu Gott in schwierigen Zeiten.
Emotional & Packend: Eine meisterhaft erzählte Geschichte über das Geheimnis der Vergebung.
Ein Klassiker: Das Werk von Kristina Roy, der „slowakischen Nachtigall“, hat bereits Millionen von Lesern weltweit inspiriert.
Ideal als Geschenk: Eine wertvolle Lektüre für alle, die nach Ermutigung und geistlicher Tiefe suchen.
Holen Sie sich diesen Schatz christlicher Erzählkunst nach Hause und erleben Sie, wie Gottes Gnade selbst dort Wege findet, wo wir nur Mauern sehen.
Suchende und Zweifler: Die Figur des Müllers Kozima verkörpert den „Verstandesmenschen“, der erst durch Krisen erkennt, dass ethisches Handeln allein ohne lebendigen Glauben nicht ausreicht.
12 Kapitel auf 118 Seiten.
Zarožie war zwar kein großes, aber doch ein ansehnliches Dorf. Zwischen Wäldern und Hügeln eingebettet, hatte es mehrere Bäche und Mühlen, in die man von weit und breit her das Korn zum Mahlen brachte. Die Bevölkerung war fleißig: Die Männer trieben neben Landwirtschaft auch Wagnerei; sie bauten Hanf und Flachs an und die Frauen webten daraus sehr geschickt Leinwand. Die Gemeinde war wohlhabend, aber sie hatte eine große Sorge mit der oberen Mühle. Diese Mühle war nämlich vor längerer Zeit auf Gemeindekosten gekauft worden und nun konnte man keinen Pächter für sie finden. Nicht dass es an Wasser gefehlt hätte, nein, es rauschte Sommer und Winter an der Mühle vorbei, aber – es spukte dort und jeder Pächter ergriff schon nach kurzer Zeit die Flucht.
Wie groß war daher die Freude der Gemeinde, als unerwartet ein Fremder kam, der die Mühle nach kurzer Besichtigung kaufte. Am ersten Tag seiner Anwesenheit brach im Ort ein großes Feuer aus, dem wohl das halbe Dorf zum Opfer gefallen wäre, wenn der neue Müller nicht mit gutem Rat und mit tatkräftiger Hilfe eingesprungen wäre. Mit dieser Tat hatte der Fremde die Herzen der Bevölkerung gewonnen. Sie überschüttete ihn förmlich mit Korn zum Mahlen, umso mehr als gerade die übrigen Mühlen wegen Mangel an Wasser stillstanden. Er konnte die Arbeit kaum bewältigen, obwohl er einen Gesellen
mitgebracht und auch gleich zwei Lehrlinge eingestellt hatte.
Der Müllergeselle war ein hübscher, junger Mann, aber er war stumm; reden konnte man also nicht mit ihm. Dass er seinen Meister aber sehr verehrte und ihm alles zuliebe tat, konnte jeder bald merken.
Der Müller mochte etwa vierzig Jahre alt sein, er hatte einen leichten Schritt und fast eine soldatische Haltung. Haar und Bart trug er ebenfalls nach Soldatenart und das grobe Müllergewand passte seiner starken, kräftigen Gestalt wie angegossen. Viel reden konnte man nicht mit ihm, dagegen hatte er eine eigene Art, zuzuhören. Sie drängte die Leute förmlich dazu, ihm alle ihre Nöte und Schwierigkeiten anzuvertrauen. Sein Rat war immer gut. Er nannte sich Kozima (lies Kosima) und der Geselle hieß
Ondrej (Andreas).
***
Am unteren Ende des Dorfes wohnte eine alte Frau, die Witwe des ehemaligen Hilfslehrers Somora. Dieser Frau bot Kozima in seiner Mühle die Stelle der Wirtschafterin an. In jungen Jahren hatte Frau Somora in der Stadt als Hauswirtschafterin gearbeitet und daher verstand sie sich gründlich auf das Kochen und Haushalten. Da ihre Kinder bereits verheiratet oder schon verstorben waren und sie ganz allein wohnte, kam ihr das Angebot Kozimas ganz gelegen. Nur die Spukgeschichte beunruhigte sie. Allerdings vergingen Wochen, ohne dass die Geister etwas von sich hören ließen.
Bei Kozima fühlte sich die alte Frau sehr wohl und sie war mit allem zufrieden. Eins schien ihr allerdings sonderbar: Der Müller ging nämlich mit seinem Gesellen wie mit einem Sohn um. Die beiden bewohnten gemeinsam ein Zimmer, hatten dort aber jeder seinen eigenen Schrank. Oft sah Frau Somora, wie sie sich durch die Fingersprache unterhielten; sie konnte das jedoch leider nicht verstehen.
Der stumme Ondrej tat ihr recht leid, denn er war ein tüchtiger und fleißiger Arbeiter. Wenn es aber keine Arbeit gab, konnte er oft stundenlang auf dem Felsen oberhalb der Mühle sitzen, wo er in das brausende Wehr hinabstarrte oder auch ein Buch las. Es war aber weder ein Gebetbuch noch ein Predigtbuch; so etwas gab es bei Kozima nicht. Trotzdem konnte Frau Somora nicht sagen, dass Kozima ein gottloser Mensch gewesen
wäre. Nie hörte man ein böses Wort von seinen Lippen, und wo es nur möglich war, da half er überall und jedem. Im Hintergebäude der Mühle war eine dunkle Kammer; die
ließ Kozima reinigen und Ondrej zimmerte Dielen und ein Fenster hinein. Man stellte ein Bett mit frischem Stroh auf, bedeckte es mit reinem Leinen und einer grobwollenen Soldatendecke, dazu kamen noch ein Tisch und ein Stuhl; und wenn ein Wanderer oder Bettler um Obdach bat, so ließ man ihn dort schlafen.
Einmal kam ein kranker Bettler und lag fast über eine Woche in der Kammer. Ondrej kochte ihm verschiedene Kräuter und pflegte den Mann gesund. Als der Arme wieder fortging, konnte er kaum Worte finden, um für alle erfahrene Liebe zu danken.
Bald nach seiner Ankunft baute Kozima ein Häuschen und stellte darin eine Leinwandmangel5 auf. Dann machte er bekannt, dass die Frauen ihre Leinwand nicht mehr so weit fortzutragen brauchten. Die Bewohner von Zarožie freuten sich sehr darüber. Denn bei Kozima bezahlten sie weniger als anderswo und man hatte die Mangel ganz nahe bei der Hand.
Eines Abends – der Herbst hatte gerade begonnen – saßen Meister und Geselle lange Zeit zusammen und sprachen miteinander. Die Folge davon war, dass der Müller am nächsten Tag den Leuten, die Korn brachten, mitteilte, dass er einen Ofen zum Obstdörren bauen wollte. Sie hätten ja hier reichlich Obst und auch Holz. Es wäre besser, wenn man das Obst trocknete, als es halb umsonst vom Baum zu verkaufen. Die wohlhabenden Besitzer wunderten sich, dass ihnen dieser gute Gedanke nie gekommen war. Sie riefen einen tüchtigen Ofenbauer, halfen fleißig beim Bauen mit und lobten Kozimas Gesellen, weil er beim Bau alles – wie ein ausgebildeter Ingenieur – ausgemessen hatte.
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